Wie richtiges Aufräumen dein Leben verändert – das Selbstexperiment Teil 3: Tipps

5 Tipps um dein Ausmistfest mit Leichtigkeit zu überstehen

Ich hab’s geschafft! Meine Wohnung ist aufgeräumt und ausgemistet. Und ich könnte nicht glücklicher damit sein. Es war eine anstrengende Woche voller Schweiß und Tränen, aber endlich ist meine Wohnung ein wunderschönes Zuhause, in dem ich mich wohlfühlen kann und wo ich mich so richtig ausbreiten kann. Ich bin so glücklich, endlich ausgemistet zu haben. Gleichzeitig bin ich aber so erledigt und würde am liebsten drei Tage lang durchschlafen. Weil das Ganze jetzt für mich so anstrengend war (sowohl körperlich als auch geistig und emotional) und ich dir diese Anstrengung ersparen möchte, hier meine Tipps, wie du dein Aufräumfest mit Leichtigkeit hinter dich bringst und in kürzester Zeit ein Zuhause hast, in dem du dich voll und ganz wohlfühlst.

Wie richtiges Aufräumen und Ausmisten dein Leben verändert - Tipps und Tricks für dein Ausmistfest - der Weg zu deinem perfekten Zuhause #perksofbeingastudent

Falls du jetzt erst zu meiner Beitragsreihe zum Thema Ausmisten und Aufräumen stößt, dann kannst du dir hier Teil 1 und Teil 2 noch schnell anschauen.

1)      Plane einen beschränkten Zeitraum fürs Ausmisten ein

Für mich selbst war es die beste Lösung, einfach nicht mehr zu warten und mein Aufräumfest innerhalb kürzester Zeit abzuhaken. Ich habe mir eine Woche Zeit genommen, bin jeden Tag früher aufgestanden und habe den ganzen Tag geputzt und zusammengeräumt und ausgemistet und wieder geputzt (weil man beim Ausmisten selbst ja auch wieder Dreck macht). Und das ging jeden Tag wieder von vorne los. Zeit für meine Freunde, den Blog oder gar zum Lernen hatte ich aber leider nicht wirklich.

Erstelle dir einen Ausmistplan um beim Ausmisten und Aussortieren nicht den Überblick zu verlieren - Ausmisten mit der Konmari MethodeWenn du dir, anders als ich, jedoch keine Woche freischaufeln kannst: kein Problem. Solange du darauf achtest konstant auszumisten, bis du wirklich alle Kategorien durchgearbeitet hast, kannst du dein Ausmistfest auch über mehrere Wochen hinweg feiern.  Eine sehr gute Freundin von mir hat zum Beispiel für sich beschlossen, jeden Tag ein bestimmtes Zeitfenster einzuplanen, in dem sie sich ihrer Wohnung widmet. In diesem Zeitraum kann sie sowohl den alltäglichen Aufgaben wie Staubsaugen nachgehen, als auch im Weiteren den Ausmistprozess starten.  Ich denke, dass das, besonders für diejenigen, die neben dem Ausmisten auch noch einer anderen Arbeit nachgehen müssen und nicht so einfach eine Woche von der Bildfläche verschwinden können, eine sehr gute Lösung ist.

Wenn du es jedoch nicht schaffst, einmal am Tag eine Stunde oder so fürs Ausmisten und Aufräumen einzuplanen, mach dir doch zuerst mal Gedanken, wie viel für dich im Bereich des Möglichen ist, und erstelle dir einen Ausmistplan. Schau dir dazu vielleicht nochmal meine Checkliste durch und erstelle mit ihrer Hilfe einen Zeitplan. Solange du dir ein gewisses Ziel setzt, und konstant weitermachst, kannst du es schaffen dein Aufräumfest mit Leichtigkeit über die Bühne zu bringen. Eine meiner Lieblingsbloggerinnen hat ihr Ausmisten zum Beispiel auf mehrere Wochen aufgeteilt und ist auch so zu ihrem Traumzuhause gekommen.

2)      Schaffe dir einen neutralen Ort

Bevor ich überhaupt mit dem Ausmistfest beginnen konnte, musste ich zuallererst Platz schaffen. Zuerst richtete ich mir eine Art Kommandobasis ein. Dort habe ich einen Krug mit Wasser hingestellt (um auch nicht darauf zu vergessen, ein bisschen was zu trinken), meine Checkliste hingelegt (den Stift nicht vergessen) und meinen Laptop, um ein bisschen Musik aufzudrehen.

Neben meiner Kommandobasis habe ich Platz gemacht für die Dinge, die gerade bearbeitet werden. Die Dinge, die ich aussortieren möchte und von denen ich herausfinden möchte, ob sie mich glücklich machen.

Abgesehen von einem Sortierplatz brauchst du auch noch einen Müllsammelplatz. Leider war meiner nur allzu oft mitten im Raum am Boden (das würde ich dir nicht raten – besonders, weil ich oft am Ende des Tages nicht dazu gekommen bin, den Müll schon mal wegzubringen und Platz für neuen Müll zu schaffen).

So behältst du einen guten Überblick über deinen Ausmistprozess, siehst deinen Fortschritt (je größer der Müllberg wurde, desto glücklicher wurde auch ich) und schaffst es, das Chaos allmählich in den Griff zu bekommen.

3)      Nur Dinge behalten, die dich wirklich glücklich machen

Das Ziel des Ganzen ist glücklich zu sein. Und glücklich sein, funktioniert nun mal besser, wenn man sich von Dingen umgibt, die einen glücklich machen. Während des Aufräumens war es oft schwierig, mich von bestimmten Dingen zu trennen, obwohl sie mich eigentlich nicht glücklich machen. Bei diesen Dingen habe ich mir dann etwas mehr Zeit genommen, aber schlussendlich ist es die beste Entscheidung, sich von ihnen zu trennen.

Was mache ich, wenn…

…..ich unsicher bin, ob mich ein Gegenstand glücklich macht, und ich mich nicht so ganz von ihm trennen kann?

Wenn du noch unsicher bist, und es einfach nicht übers Herz bringt, dann versuch es doch mit einer Vielleicht-Kiste. Nimm dir eine Kiste her, in der du alles sammelst, das du vielleicht doch noch haben möchtest, damit aber eigentlich nicht so ganz zufrieden bist. Nachdem du alle Kategorien und Räume durchgegangen bist, kannst du dir diese Dinge nochmal anschauen, vielleicht schaffst du es dann, dich davon zu trennen. Wenn nicht, dann wirst du nach deinem Aufräumfest sicher irgendwo den Platz für eine Vielleicht-Kiste finden. In ein paar Monaten kannst du dir die Kiste dann nochmal vornehmen. Dann wirst du genug Abstand gewonnen haben und feststellen, dass du diese Dinge eigentlich nicht vermisst.

….. ich auf Dinge stoße, die mir egal sind?

Weg damit! Wenn dir beim Ausmisten Dinge unterkommen, die du eigentlich nicht unbedingt brauchst, die dich jetzt nicht unglücklich machen, aber auch nicht wirklich glücklich, dann gib sie einfach weg. Spende sie, wenn möglich, dann erfreut sich vielleicht jemand anderes daran. Das Ziel ist es, dich mit Dingen zu umgeben, die dich glücklich machen, nicht mit Dingen, die dir egal sind.

….. ich etwas eigentlich nicht will, es aber brauche?

Frag dich zuerst mal, ob du das wirklich brauchst. Oft glaubst du nur, dass du diesen Gegenstand brauchst, aber eigentlich tust du es nicht. Oft fällt dir ein, dass du in Situationen, in denen du den Gegenstand benutzen könntest, es doch nicht tust, sondern dir lieber anders Hilfe verschaffst. Vielleicht bringt es dir mehr Freude, diesen Gegenstand durch einen anderen zu ersetzen.

Ein Beispiel: Dir gefällt deine Taschenlampe nicht, aber du brauchst sie unbedingt, wenn es mal zum Stromausfall kommt? Nimm doch beim nächsten Stromausfall dein Handy, das findest du sicher schneller im Dunkeln als deine Taschenlampe. Oder kauf dir eine Taschenlampe, die dir gut gefällt. Wenn du mit dem Bewusstsein, dich nur von Dingen zu umgeben, die dich glücklich machen, einkaufen gehst, wirst du bestimmt die richtige finden.

Sollte sich ein Gegenstand jedoch wirklich nicht durch etwas Ähnliches ersetzen lassen und du immer noch der Meinung sein, dass du ihn trotzdem brauchst, dann könntest du versuchen, den Gegenstand mal in einem anderen Licht zu betrachten. Denn auch die Tatsache, dass er da ist, wenn du ihn brauchst, kann dich glücklich machen.

4)      Deinem Plan folgen

Ich hatte ja einen Plan. Und dem bin ich auch großteils gefolgt. ABER: Sobald ich auf Widerstand gestoßen bin, habe ich den Plan verworfen.

Kleidung ausmisten und aussortieren - Kleiderstapel; KonMari Ein Beispiel: Ich habe bei der Kleidung angefangen, die Kategorie T-Shirts auszusortieren. Als ich aber gemerkt habe, dass ich es nicht wirklich schaffe ein paar T-Shirts wegzugeben und sich mein Vielleicht-Stapel immer mehr vergrößert hat, bin ich zur nächsten Kategorie übergegangen und zur nächsten und zur nächsten.

Dann war das Chaos auch schon perfekt. Am Ende des Tages stand ich vor dem Problem, das Gefühl zu haben, den ganzen Tag nichts geschafft zu haben. Ich stand vor einem Berg voller unvollständig sortierter Kategorien und fühlte mich demoralisiert, weil ich keinen Fortschritt gesehen habe.

Ich habe also beschlossen, für den nächsten Tag neue Energie zu tanken und mit meiner Kleidung nochmal von vorne zu beginnen. Als ich dann am nächsten Tag damit angefangen habe, mich einer einzigen Kategorie nach der anderen zu widmen (und auch die Kleidung von meinem Vielleicht-Stapel auszusortieren), ging das Ausmisten wie von selbst. Ich schaffte es innerhalb kürzester Zeit Kategorien abzuhaken und hatte permanent das Gefühl gut voranzukommen.

5)      Erst zum Schluss überlegen, wohin damit

Während meines Ausmistprozesses war ich oftmals frustriert, weil ich mir schon wieder Gedanken gemacht habe, wo jetzt alles hinkommt, das ich aufheben möchte. Generell hatte ich natürlich zwei Möglichkeiten

A) Ich gebe die Gegenstände, die ich behalten möchte, wieder dorthin, wo sie waren.

B) Ich suche einen neuen Platz für sie aus.

Da ich bei einigen Dingen nicht nur ausmisten wollte, sondern diese auch strategisch besser in meiner Wohnung unterbringen wollte (z.B. das angesammelte Dekomaterial an einem Ort und nicht an 40 verschiedenen), war mir klar, dass ich für viele Dinge einen neuen Platz suchen musste. Während des Ausmistens habe ich dann oft schon versucht zu überlegen, wo was am besten hinpasst. Damit wurde ich aber nur von meiner eigentlichen Aufgabe (dem Ausmisten) abgelenkt.

Besser: Eins nach dem anderen.

Konzentriere dich zuerst darauf, alles auszumisten. Um das zu machen, ist es am besten, alle Gegenstände einer von dir gewählten Kategorie zu deinem Ausmistplatz zu bringen und diese auszusortieren. Im Anschluss kannst du alle Dinge, die überbleiben, in neue Kategorien einordnen. So habe ich zum Beispiel alle meine Pinsel, Stifte, Mal- und Bastelunterlagen zusammengelegt und an einem neuen Ort untergebracht. Erst wenn du aussortiert hast, siehst du, wie viel Platz du für wie viele Dinge zur Verfügung hast. Also kannst du eigentlich erst am Ende deines Ausmistfestes den richtigen Platz für deine Gegenstände finden.

Mein Fazit

in einem aufgeräumten Zimmer ist auch die Seele aufgeräumt - Ordnung in der Wohnung = Ordnung im Leben. Wie Ausmisten dein Leben verändert #perksofbeingastudent

Ich bin so glücklich über meine Entscheidung, das Ausmistfest endlich durchgeführt zu haben. Ich dachte nie, dass es möglich wäre, die Tür zu meinem Abstellraum aufzumachen und pures Glück zu empfinden – es wirkt fast schon abnormal, wie groß mein Grinsen ist, wenn ich sehe, wie meine Konservendosen schön sortiert in dem Regal stehen, und ich ganz genau weiß, wie viel Wein wir noch zu Hause haben 😉 ). Ich kann in mein Home Office (wie’s so schön heißt) gehen und habe Platz, mich auszubreiten, alle Bücher aufzulegen, und meine Notizzettel und was ich sonst noch möchte. Und wenn ich dann genug vom Lernen und Arbeiten habe, brauche ich nicht mal 5 Minuten und alles sieht wieder so aus wie vorher, weil jeder Gegenstand seinen Platz hat, und ich mich nur von Dingen umgebe, die ich gerne habe!

 

Hier nochmal die wichtigsten Tipps in einer Infografik zusammengefasst:

Mit Leichtigkeit ausmisten - 5 Tipps, die dein Leben erleichtern. Ausmisten, Ordnung machen, Aufräumen #perksofbeingastudent

 

Ich wünsch dir viel Spaß bei deinem Aufräumfest.

Alles Liebe,

Irina

 

9 Antworten auf „Wie richtiges Aufräumen dein Leben verändert – das Selbstexperiment Teil 3: Tipps“

  1. Jetzt hast du mich gepackt, es klingt so schön, wenn alles einen Platz hat und nicht alles so überladen aussieht.
    Was könntest du jetzt mir raten, die in einer WG wohnt und deshalb nur ein Zimmer zum Ausmisten hat? Da ist nicht sehr viel Platz für Müllberge und Kisten zum sortieren. Im Flur/Küche möchte ich eigentlich nichts lagern, weil das für meine Mitbewohner zu viel Platz wegnimmt. Wie soll ich am besten vorgehen?

    1. Hallo Vanessa!
      Das freut mich aber sehr, dass du dich jetzt motiviert fühlst, auszumisten!

      Obwohl es mit einem Zimmer ein bisschen kniffliger wird, ist es nicht unmöglich.

      Als erstes wäre es mal gut, dass du eben so weit wie möglich schon mal von vorneherein zusammenräumst. Also einmal ohne ausmisten so viel Platz schaffen, wie nur möglich.
      Wenn du dann einmal den Boden und das Bett frei hast, hast du schon einiges an Spielraum gewonnen.

      Für den Müllplatz würde ich dir raten, ein Fleckchen am Boden gleich neben der Tür zu suchen. Kisten und sonstige Sortier-Hilfen, könntest du auch dort in der Nähe platzieren.
      Eventuell wirst du während deines Ausmistens öfters bereits dem Müll zum Container bringen müssen oder ihn anderweitig entsorgen. Wenn du mehrere Tage für das Ausmisten brauchst, könntest du jeden Abend den Großteil schon mal entsorgen. Da ist es ganz gut, wenn du dich vorher informierst, wo genau du deinen Restmüll oder vielleicht sogar Sperrmüll hinbringen kannst. Wenn du aber mit ein bisschen Geschick den Müll gut stapelst, sollte es auch möglich sein, ihn während des gesamten Ausmistens bei dir im Zimmer zu lagern.

      An sich würde ich dir raten während des Ausmistens immer Schritt für Schritt vorzugehen. Du nimmst dir also zuerst eine bestimmte Kategorie vor und räumst einmal alle Gegenstände dieser Kategorie oder Unterkategorie zum Beispiel auf dein Bett. Wenn du die Gegenstände ein bisschen stapelst und nicht einfach in eine Ecke wirfst wird das schon ganz gut klappen.

      Wenn du zum Beispiel mit deiner Kleidung anfängst, kannst du einmal nur alle T-shirts oder alle Jeans aus dem Kasten nehmen und zuerst mal nur mit einer Teilkategorie arbeiten. Wenn du alle T-Shirts aufs Bett legst, hast du zum Beispiel noch den Boden, auf dem du dann sortieren kannst.

      Wenn sie dann fertig aussortiert sind, kannst du den Teil, den du behalten möchtest, schon mal wieder zurück räumen. Selbst wenn du am Ende deines Ausmistens noch den Gegenständen einen neuen Platz zuweisen möchtest, kannst du ja vorerst alles, das du behalten möchtest, wieder auf den alten Platz geben und erst ganz zum Schluss nochmal alles rausnehmen und neue Plätze zuweisen.

      Ich hoffe das hilft dir schon mal weiter, wenn du aber noch mehr Fragen hast, die vielleicht speziell auf dein Zimmer bezogen sind, oder auf deine Situation, deine Gegenstände oder so, kannst du mir gerne wieder einen Kommentar hinterlassen oder auch eine private Nachricht schicken, gerne helfe ich dir, wie auch immer ich kann!

      Alles Liebe und viel Spaß beim Ausmisten,
      Irina

  2. Hallo Irina!
    Deine Artikel haben mich jetzt richtig motiviert, auch auszumisten. Ich habe mich in letzter Zeit viel mit dem Thema Minimalismus beschäftigt, und obwohl ich bald ausziehen möchte und dabei wahrscheinlich eh jedes Teil meines Zimmers in die Hand nehmen werde, will ich es in der restlichen Zeit in dieser Wohnung noch genießen, ein ausgemistetes Zimmer zu haben. Ich kämpfe schon seit ich denken kann gegen das Chaos an; als Kind wollte ich teilweise Papierschnipsel nicht wegwerfen, weil ich dachte, ich könne sie noch gebrauchen. So schlimm ist es Gott sei Dank nicht mehr, und ich weiß jetzt auch, wie gut es tut, in einem wirklich sauberen und ordentlichen Zimmer zu schlafen, zu lernen und zu wohnen. Durch viele, auch deine, Artikel befasse ich mich nun immer mehr mit dem Thema Aufräumen, Ausmisten und Ordnung halten, was mir meiner Meinung nach hilft, dran zu bleiben und meine Aufräumkompetenz zu steigen 😉
    Nach meinem Urlaub möchte ich mir auch eine Woche vornehmen, in der ich richtig Ausmiste. Gerne würde ich es noch vor dem Urlaub machen, aber ich glaube, ich schaffe es nicht: Trotz Semesterferien arbeite ich zweimal die Woche, habe verschiedene Hobbys und eine Fernbeziehung. Nach dem Urlaub wird es etwas stressfreier, andererseits käme ich gerne in eine tolle, aufgeräumt und aussortierte Wohnung zurück. Was denkst du?
    Danke nochmal für deine Artikel!! Egal ob vor oder nach dem Urlaub, ausmisten werde ich jetzt auf jeden Fall, und auch sehr viel strukturierter, dank deiner Hilfe 🙂
    Liebe Grüße! Anne

    1. Hallo Anne!

      Es freut mich wirklich sehr, dass du dich jetzt so richtig motiviert fühlst! 🙂
      Oft ist das Thema Ausmisten und Aufräumen einfach ein Wegbegleiter. Es braucht eine gewisse Zeit und man muss sich öfters mit dem Thema beschäftigen, wie du es gemacht hast, bis man sich dazu entschließen kann, auszumisten. Vom ersten Wunsch bis zum springenden Punkt ist es manchmal ein langer Weg. Umso schöner also, dass du es geschafft hast, jetzt zu dem Punkt zu kommen, an dem du sagst: „Ja, es ist an der Zeit!“ 🙂

      So ein Urlaub kann dir natürlich dabei helfen, voller Energie ins Ausmisten zu starten. Aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass das oft leider nicht der Fall ist.
      Ich selbst werde bald umziehen und habe deswegen geplant davor noch einmal auszumisten.
      Vor kurzem hatte ich einen wunderschönen erholsamen Urlaub und ich dachte ich könnte gleich voller Elan losstarten und ausmisten. In Wahrheit musste ich aber zuerst eine Woche lang Wäsche waschen und zusammenräumen, bis ich überhaupt ans Ausmisten denken konnte.

      Wenn ich es jetzt nochmal machen könnte, würde ich auf jeden Fall vorm Urlaub schon ein wenig damit anfangen.
      Vielleicht könntest du es schaffen einen Kompromiss zu schließen und vorm Urlaub schon mal die Vorarbeiten leisten.
      Du könntest versuchen, dein Zimmer einmal richtig aufzuräumen. Das Ausmisten funktioniert besser, wenn dein Zimmer von vorneherein einmal halbwegs sauber und aufgeräumt ist. Alles, für das du keinen Platz findest, gibst du dabei auch einfach geordnet an einen bestimmten Ort.
      Außerdem könntest du schon mal einen Plan erstellen, wie du nach dem Urlaub weiter vor gehst. Wenn du vom Urlaub nach Hause kommst, musst du dann nicht erst überlegen, womit du jetzt anfangen könntest oder wie du jetzt am besten loslegst. Du kannst einfach schon loslegen!
      Du könntest bereits die Müllsäcke und Kartons bereithalten, die dir beim Ausmisten helfen werden. Du kannst dir überlegen, in welcher Reihenfolge du ausmisten möchtest und an welchem Tag du beginnen möchtest.
      Ich verstehe, dass es schwer sein kann, die Zeit zu finden, zwischen all den anderen wichtigen Dingen in deinem Leben, aber oftmals reicht so ein wenig Zeit zwischendurch, die du dir nimmst, um ans Ziel zu kommen.

      Ich drück dir auf jeden Fall schon mal ganz fest die Daumen und wünsch dir einen schönen und erholsamen Urlaub!
      Falls du noch irgendwelche Fragen hast, kannst du dich gerne jederzeit melden!

      Alles Liebe,
      Irina

      1. Hallo Irina!
        Ich bin nun dabei, auszumisten, und musste jetzt noch einmal eine kleine Pause einlegen, weil jetzt noch einige Fragen zum Prinzip aufgekommen sind.
        Ich möchte gerne nur das behalten, das ich liebe, zu dem ich also eine besondere Beziehung habe oder das ich gerne habe. Nun ergeben sich aber mehrere Probleme:
        1. Was mache ich mit Dingen, die ich nicht total liebe, die ich prinzipiell auch weggeben könnte, die aber jemand anderen verletzen würden, wenn ich sie nicht mehr hätte. Beispiel: Mein Freund hat mir letztes Weihnachten ein cooles Shirt geschenkt, ich finde es lustig, zieh es aber sehr selten an und schon gar nicht alltäglich, höchstens mal nach dem Sport, dafür ist es bequem, aber es passt nicht so doll und hat ein lustiges, nicht gerade seriöses Motiv. Eigentlich würde ich es nicht behalten, aber wie soll ich meinem Freund erklären, dass ich das Shirt wegschenke? Er weiß, dass es keine Begeisterungsstürme ausgelöst hat, aber ich denke, es würde ihn schon sehr kränken, wenn ich es weggeben würde. Mir würde es auch so gehen, wenn er meine Geschenke weggeben würde.
        2. Dinge, die ich nicht so gerne mag, aber brauche. Bestes Beispiel sind meine Unterhosen: Ich habe ca. 5 Unterhosen, die ich richtig gerne anziehe, aber ich kann schlecht alle 5 Tage waschen. Ich brauche einfach mehr. Sollte ich mich nun von den anderen trennen und mir neue besorgen, die sehr gut passen und die potenziell Lieblingsstücke werden können? Da man Unterwäsche schlecht weggeben kann, tue ich mir da richtig schwer. Ich müsste um die 10 Unterhosen wegwerfen, und dafür 10 neue kaufen, das geht genau gegen das Prinzip Minimalismus, weil das ja Konsumverhalten fördert. Hast du da eine Lösung? Ich hasse manche dieser Höschen, aber ich brauche sie einfach, weil ich sonst nicht über meine Nicht-Waschen-Zeit komme 😀 Vielleicht eine schrittweise Trennung? Ich bin da bisschen überfordert.
        Dann wollte ich noch fragen, ob du Tipps hast für gute Adressen, wo ich z.B. auch angebrochene, aber noch ziemlich volle Kosmetika abgeben kann. Wo hast du deine Sachen abgegeben?
        Vielen Dank für deine Hilfe, ich tue mich wie gesagt schwer mit Aufräumen, und bin gerade schon super happy, dass ich so viel schaffe, aber diese Probleme bleiben bisher einfach noch, und da brauche ich nun Rat 😉
        Liebe Grüße!
        Anne

        1. Hallo Anne! 🙂

          Toll, dass du mal damit angefangen hast! Das war schon mal ein wichtiger Schritt.

          Also, mal zu Punkt 1:
          Das ist wirklich wirklich schwierig.
          Ich habe es für jedes Teil, das in diese Kategorie fällt, einzeln und oft unterschiedlich entschieden.
          Die meisten Geschenke, die mich nicht und nicht glücklich machten, ja manchmal sogar unglücklich, oder eben regelmäßig stören, oder von mir ignoriert werden (weil sie irgendwo im Kasten herumlagen) habe ich wirklich einfach weggegeben. Und wenn ich einfach sage, meine ich schweren Herzens. Es war ganz und gar nicht einfach manche Geschenke wegzugeben, aber wenn das Gefühl des Unbehagens überwiegt, dann mach es einfach keinen Sinn. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich mich danach einfach sooo soo befreit gefühlt!

          Geschenke, die mich jetzt nicht vor Freude jauchzen lassen, aber mich nicht unglücklich machen, oder stören, habe ich behalten, weil sie dann doch ein schönes Gefühl hervorrufen, wenn ich vielleicht an die Person denke. WENN du dein T-Shirt also einfach nur weggeben möchtest, weil du es nicht regelmäßig trägst, würde ich sagen, du sollst es behalten. Wenn es dir aber unangenehm ist, und du eigentlich ein Unwohlsein verspürst, wenn du es siehst, sollest du dich davon trennen.

          So… um das Ganze aber ein bisschen strukturierter Auszudrücken, hast du mehrere Möglichkeiten:
          Also Möglichkeit A wäre es, das T-Shirt wegzugeben, trotz teilweise schlechtem Gewissen. (Die Befreiung wird überwiegen und dein Freund wird es dir bestimmt verzeihen, besonders wenn du ihm deine Situation erzählst. Wenn ich meinem Freund etwas schenke, das ihm vielleicht nicht so gut gefällt, würde ich zwar traurig sein, dass ich nicht das Richtige gefunden habe aber auch gleichzeitig darauf bestehen, dass wir etwas Neues für ihn finden oder mir eben für nächstes Mal etwas Besseres einfallen zu lassen. Man kann nicht immer das perfekte Geschenk für seine/n PartnerIn finden.)

          Möglichkeit B: das T-Shirt behalten und einfach wie bisher ab und zu anzuziehen, aber sich eigentlich nicht damit wohlfühlen. (Zu dieser Möglichkeit würde ich dir definitiv nicht raten. Manchmal hilft es aber, gewisse Entscheidungen über Gegenstände sozusagen auf später zu verschieben. Wenn du dein Ausmistfest zu 98% komplett durchführst und dir ein paar Gegenstände aufhebst, bei denen du eigentlich weißt, dass sie dich nicht glücklich machen, ist das Fest nicht gescheitert. Irgendwann wirst du dann aber bereit dazu sein, diese Gegenstände wegzugeben) also formulieren wir Möglichkeit B einfach um: T-Shirt zu einem späteren Zeitpunkt irgendwann weggeben, wenn man sich dazu bereit fühlt.

          Möglichkeit C: T-Shirt behalten aber verändern. Ich habe zum Beispiel beschlossen aus einigen meiner alten T-Shirts, die mir ans Herz gewachsen sind, aber als Kleidungsstück für mich einfach nicht mehr tragbar sind, eine Patchworkdecke zu nähen. Ich liebe meine Hardrock Café T-Shirts und meine Band T-Shirts von alten Konzerten. Ziehe sie aber einfach nicht mehr an. Nicht mal zu Hause. Und deswegen mussten sie verändert werden.
          Dinge, die du nicht so einfach verändern kannst wie T-Shirts sind da schon etwas schwieriger. Aber, wenn du dich noch nicht bereit dazu fühlst bestimmte Sachen wegzugeben würde ich definitiv eine Art Ort für all diese Dinge finden, wie zum Beispiel ein Karton, und all diese Dinge dort sammeln. Gib diesem Karton / dieser Kiste auch einen festen Platz in deinem Zuhause. Teste dann über ein paar Wochen, ob du die Dinge vermisst, oder dich vielleicht ein wenig wohler fühlst, weil sie dich jetzt nicht mehr aus ihren alten Plätzen her anstarren. Nach längerer Zeit, wirst du bereit dazu sein, sie wegzugeben.

          Punkt 2:

          Im Endeffekt hast du dir diese Frage schon selbst beantwortet. Unterhosen, die nicht passen, die du sogar hasst (!) müssen weg. Im Zuge deines Ausmistens ist es voll ok, alte Gegenstände gegen neue einzutauschen. 10 wegwerfen und 10 kaufen geht nicht gegen das Prinzip des Minimalismus.
          Minimalismus ist die bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste.
          Was das Minimum ist und was das Nötigste ist, bestimmst du selbst. Bei Minimalismus geht es nicht darum super wenige Sachen zu haben. Man kann auch nicht besser sein als jemand anderes, weil man weniger hat. Es geht darum, dass man das, was man hat, zu schätzen weiß. Beim Minimalismus geht man nicht gar nicht mehr einkaufen und steigt komplett aus der Konsumgesellschaft aus. Man kauft nur alles, das man kauft bewusst. Auch beim Ausmisten geht es einfach darum alles Bewusst zu machen und ein Bewusstsein für seine jetzigen Gegenstände, sein Hab und Gut und seine zukünftigen Gegenstände zu bilden.
          Kauf dir deine neuen Unterhosen. Aber kaufe sie bewusst. Überlege vorher welche du genau möchtest, vergleiche vielleicht deine Lieblingsstoffe und Muster oder Marken. Als Übergangslösung kannst du deine gehassten Unterhosen natürlich noch behalten, aber versuch sie so schnell wie möglich loszuwerden.

          Bei Kosmetika muss man sehr vorsichtig sein. Da kann ich meistens eigentlich leider nur zum Wegwerfen raten. Wenn Produkte einmal angebrochen sind, erreichen sie schnell ihr Haltbarkeitsdatum und können, je nach Produkt, unschöne Auswirkungen auf die Haut haben. Manche noch gute Produkte habe ich meiner Mama geschenkt, weil ich weiß, wie sehr sie z.B. Nagellack liebt. Manche Produkte habe ich schrittweise aufgebraucht (bzw. brauche ich immer noch auf). Da habe ich mir einfach zum Ziel gesetzt z.B. keine neuen Duschgels zu kaufen, bis alle anderen leer sind. Manche Dinge habe ich weggeworfen – besonders eben die, die schon etwas länger offen waren. Und das wars eigentlich schon.

          Puuh. Da habe ich jetzt wieder einen Roman geschrieben. Ich hoffe meine Ratschläge waren hilfreich. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg beim Aufräumen. Einfach weiter so! Du bist schon auf dem besten Weg zu einem befreiteren Leben!

          Ganz Liebe Grüße,

          Irina

  3. Hallo Irina!
    Ich bin gerade zum ersten Mal auf deinem blöd und habe mir deine Ausmistreihe gerade ganz gespannt zu Herzen genommen.

    Aus gegebenem Anlass, möchte ich deinen Tipps noch eine weitere Anregung hinzufügen: Einen Umzug zum ausmisten nutzen!

    Ich selber ziehe gerade aus meiner jetzigen WG in eine andere Wohnung. In dieser muss sowieso jeder Gegenstand einen neuen Platz finden. Beim Unzugskisten packen gehe ich auch systematisch Raum für Raum vor. Bei jeder Kiste frage ich mich: ist mir dieser Gegenstand wirklich so wichtig, dass ich ihn mitnehmen möchte? Brauche ich das überhaupt??

    Das geht von der Methode, die du genutzt hast, natürlich etwas weg. Aber das „brauche ich das überhaupt?!“ hat sich für mich schon bei mehreren solcher Ausmistaktionen als praktisch erwiesen.

    Ich werde mir deine Tipps für meinen Umzug jetzt auf jeden Fall auch zu Herzen nehmen, bin schon gespannt! Ab jetzt werde ich sicher auch öfter mal bei dir vorbei schauen. 😉

    Liebe Grüße
    Ronja

    1. Hallo Ronja!

      Es macht mich wirklich glücklich, das zu lesen! Ich finde auch, dass es einfach so hilfreich sein kann, sich einfach mal zu fragen, „Brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich?“. Es ist schön, dass du dir die Methode auch etwas zu deiner eigenen machst. Wichtig ist, dass es für dich gut funktioniert!
      Besonders gut gefällt mir, dass du das mit dem Umzug ansprichst.
      Auch bei mir steht gerade ein großer Umzug an und ich habe ihn ebenfalls zum Anlass genommen, noch einmal auszumisten und alles neu zu organisieren. Denn, wie du sagst, es muss sowieso alles einen neuen Platz bekommen. Ich schreibe auch gerade an einer neuen Beitragsreihe darüber. Für dich wird die vermutlich etwas spät erscheinen, wenn du jetzt schon am Umziehen bist, aber ich habe das Gefühl, du wirst das schon ganz gut schaffen! 😉
      Ich drück dir auf jeden Fall schon mal die Daumen fürs Ausmisten und wünsch dir einen supertollen Umzug und viel Freude mit der neuen Wohnung! 🙂

      Alles Liebe,
      Irina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.