Wenn Plan und Realität getrennte Wege gehen

Mit Überforderung umgehen

Ich hatte einen Plan. Dieser Herbst sollte voll und ganz meinem Blog gehören, meinem YouTube Kanal, meinem Instagram Account; Er sollte euch gehören. Aber wie es nun mal so oft mit Plänen ist – manchmal kommt das Leben dazwischen. Geht es dir auch manchmal so, dass du dir irgendetwas fest vorgenommen hast, dich eventuell sogar schon darauf gefreut hast und dann doch alles anders kommt?

Manchmal ist das dann mit etwas Frust verbunden. Da habe ich mich schon so auf etwas eingestellt und dann war ich einfach nicht mehr spontan genug, wenn es dann anders war. Wie ich gelernt habe (und immer noch lerne) damit umzugehen, und was du machen kannst, wenn dein Leben deinen Plänen „in die Quere kommt“, erzähle ich dir heute.

Wie du mit Überforderung umgehen kannst  - wenn das Leben deine Pläne durchkreuzt

Mein Plan

Anfang des Sommers stand für mich fest: Es ist an der Zeit, mich voll und ganz auf diesen Blog zu konzentrieren. Ich bekam so viel tolles konstruktives Feedback von allen Seiten und spürte, dass ich dem einen oder anderen Menschen helfen konnte. Also war es klar: Der Blog wird zur obersten Priorität.

Ich beschloss dieses Semester weniger Kurse an der Uni zu besuchen und war bereit durchzustarten.

Doch dann kam alles anders.

Mein Leben

Mein Leben kam „in die Quere“. In meinem Fall, kam mir etwas äußerst Positives in die Quere, denn mein Freund und ich kauften uns ein Haus. Geplant war es jedoch definitiv nicht, und der Zeitpunkt, den ich mir gewünscht hätte, war es auch nicht. Aber es ist nun mal passiert. Mein Traumhaus seit Kindheitstagen stand zum Verkauf und wir mussten zuschlagen. So kam es nun, dass ich weniger Zeit für den Blog hatte, weniger Zeit für die Uni und auch weniger Zeit für meine Freunde.

Die Renovierung meines neuen Eigenheims erhielt oberste Priorität. Alles andere stand plötzlich hinten an.  Und das nicht, weil ich es genauso wollte, sondern weil ich mich gezwungen dazu fühlte.

Ich konnte an nichts anderes mehr denken, in der Zeit, in der ich mich auf die Uni konzentrieren sollte, dachte ich nur daran, was ich noch alles am Haus erledigen musste. In allen Bereichen meines Lebens wurde die Zeit gekürzt, damit ich mehr Zeit ins Haus stecken konnte.

Das Wissen, dass ich eigentlich jetzt gerade ganz andere Pläne verfolgen könnte, oder vielleicht sogar sollte (?), hat mich frustriert. Ich fühlte mich hin- und hergerissen. Wenn ich am Haus arbeitete fühlte ich mich schlecht, weil ich doch eigentlich noch einen Blogbeitrag fertig schreiben oder für die Uni lernen wollte. Und wenn ich für die Uni lernte, fühlte ich mich schlecht, weil ich meinem Freund nicht dabei half, das Haus zu renovieren und ich fühlte mich traurig, weil ich nichts verpassen wollte, das am Haus passiert. Am Liebsten wollte ich alles gleichzeitig und sofort.

Aber das geht nun mal nicht.

Mit Überforderung umgehen

Ich fühlte mich überfordert. Alles gleichzeitig und sofort, funktioniert nun mal nicht. Aber es war mir unheimlich wichtig. Also versuchte ich eine Zeit lang alles unter den Hut zu bekommen. Ich hatte einen strikten Zeitplan, der mir vorgab, wann ich was zu tun hatte.

Geholfen hat mir das jedoch ganz und gar nicht. Ich war überfordert und das einzige, was mir wirklich geholfen hatte, war loszulassen und zu akzeptieren, dass ich nun mal nicht alles auf einmal machen kann.

Wenn das Leben deine Pläne durchkreuzt, muss man das einfach akzeptieren. Hört man damit auf, sich dagegen zu wehren und fängt damit an, den neuen Weg, den das Leben vorgesehen hat, zu gehen, funktioniert plötzlich alles.

Erster Schritt im Umgehen mit Überforderung: Akzeptieren, dass man überfordert ist

Zuerst wollte ich es ja nicht wahrhaben. Ich? Überfordert? Tzz. Ich hab‘ Pläne und To-Do Listen. Ich hab‘ ein Bullet Journal. Ich kann doch gar nicht überfordert sein. Immer nur her mit den Aufgaben. Ich schaff sie alle.

Aber nein. Weit gefehlt. Ich kann nicht alles schaffen. Und das ist ok. Überforderung ist real und man muss sich nicht dafür schämen!

Zweiter Schritt: Herausfinden, was wirklich wichtig ist

Hat man einmal akzeptiert, dass es so nicht weitergehen kann, und man sich auch nicht in zwei Teile teilen kann, geht’s weiter mit dem Setzen von Prioritäten. Finde heraus, was wirklich wichtig ist.

Uni, Blog, Freunde, Haus, Arbeit, Gesundheit, Spaß? Ich musste Abstriche machen, da ich nun mal nicht alles erledigen konnte und habe daher beschlossen, mich manchen Dingen mehr zu widmen und manche hinten anzustellen.

Wirklich wichtig für mich war das Haus. Ich wollte es fertig bekommen. Mein Freund und ich wollen umziehen und es wirkte ein bisschen wie das Schlüsselelement in meinen ganzen Projekten. Habe ich einmal das Haus fertig, kann ich mich allen anderen Dingen widmen. Abgesehen davon, konnte ich bei meiner Arbeit nicht wirklich Abstriche machen. Ich versuchte jedoch die Arbeitszeiten so gut wie möglich zu kürzen.  Alle anderen Dinge, standen bei mir ein wenig weiter hinten an. Ich versuchte trotzdem so gut es ging, eine gewisse Balance herzustellen und sowohl ab und zu meine Freunde zu treffen (oder ihnen zumindest zu schreiben) und auch den Blog so gut es ging aufrechtzuerhalten.

Dritter Schritt: Akzeptieren, dass manche Dinge jetzt gerade wichtiger sind als andere

Das Wichtigste an dem Ganzen war jedoch, zu der Entscheidung zu stehen. Ich habe mich dazu entschieden mehr Zeit für das Haus aufzuwenden. Gut, dann ist das auch die richtige Entscheidung und ich kann guten Gewissens meine volle Aufmerksamkeit dem Haus widmen.

Sich darüber zu ärgern, dass man nicht alles gleichzeitig machen kann, ist unsinnig. Besser ist es, jede Aufgabe wertzuschätzen. Wenn ich am Haus arbeite, möchte ich Freude empfinden und nicht Schuld. Das Leben darf leicht sein. Also machen wir es uns nicht unnötig kompliziert indem wir uns für unsere eigenen Entscheidungen verurteilen.

Ich hoffe dieser Beitrag war hilfreich für dich. Mir hat es auf jeden Fall geholfen, einfach einmal über meine Überforderung zu schreiben. Ich wünsche dir viel Erfolg beim verfolgen oder verwerfen deiner Pläne.

Alles Liebe,

Irina

 

 

 

 

 

 

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