Sich selbst eine Sprache beibringen – Teil 3: Lernplan

Wie du deinen eigenen Lernplan erstellen kannst

Um eine Sprache mit Leichtigkeit zu lernen, braucht man drei Dinge: ein wenig Vorbereitung, einen funktionierenden Zeitplan und einen Lernplan. Wie du deinen eigenen Lernplan einfach selbst erstellen kannst und worauf du dabei achten solltest, erfährst du jetzt.

Erstelle deinen eigenen individuellen Lernplan, um eine Sprache im Selbststudium zu lernen - Tipps, Tricks und was du auf keinen Fall vergessen sollst

Was darf in meinem Lernplan auf keinen Fall fehlen?

Abwechslung

Die Möglichkeit, dich nach Lust und Laune zu entscheiden, was du heute lernen möchtest. Ich habe mehrere Möglichkeiten durch die unterschiedlichsten Lernmaterialien geschaffen. Eine ausführliche Liste meiner unterschiedlichen Lernmaterialien kannst du dir hier ansehen und runterladen.

Ein gewisses Ziel

Einerseits hilft dir ein Ziel dabei, motiviert zu bleiben, und andererseits hilft es dabei, deinen Erfolg zu messen. Wenn du eine Sprache lernst, ist es daher von Vorteil, ein gewisses Ziel immer im Auge zu haben.

Zusätzlich dazu ist das Lernen einer Sprache abhängig vom Ziel:

Wenn du zum Beispiel eine Sprache sprechen lernen möchtest, um dich im Urlaub gut unterhalten zu können oder einfach Spaß mit der Sprache zu haben, musst du keine elendslangen Texte schreiben und kannst dich beim Vokabellernen auf die Aussprache konzentrieren.

Musst du allerdings zum Beispiel für die Schule eine Sprache lernen oder für den E-Mail-Verkehr, den du mit KollegInnen aus anderen Ländern führen musst, so hast du wiederum andere Bereiche, die für dich wichtiger sind.

Überleg dir also zuerst gut, warum du diese Sprache lernen möchtest.

Struktur

Wenn du dir selbst eine Sprache beibringen möchtest, musst du, um den Überblick nicht zu verlieren, eine gewisse Struktur ins Lernen einbringen.

Du könntest zum Beispiel entweder einem Kursbuch folgen oder einer Vokabelliste oder einem Online-Kurs, etc. Die Anzahl an Möglichkeiten ist riesig. Für welche strukturelle Vorgehensweise du dich entscheidest, ist dabei egal.

Wichtig ist nur, dass du für dich eine Art Reihenfolge des Lernens festlegen kannst, dass du deine Arbeitseinheiten in kleine Untereinheiten teilen kannst und jedes Mal, wenn du eine Lerneinheit beendet hast, nicht erst wieder nachforschen musst, um herauszufinden, was du als Nächstes lernen könntest.

Ich zum Beispiel kombiniere mehrere Strukturen miteinander, um nie den Überblick zu verlieren und gleichzeitig Spaß am Lernen zu haben.

Ich habe ein Kursbuch von früher, das mich bis zu C1 begleitet. Nach diesem Buch gehe ich vor und arbeite von Kapitel zu Kapitel weiter.

Kursbücher helfen dir dabei, Struktur in dein Lernen zu bringen

Zusätzlich dazu habe ich einen online Memrise Kurs , mit dem ich Vokabel zu unterschiedlichsten Themengebieten lerne. Jedes Mal, wenn ich also nur ein paar Vokabel lernen möchte, absolviere ich eine neue Lektion bei Memrise. Außerdem liebe ich es, Podcasts anzuhören. Beim Frühstück oder beim Abwaschen oder Kochen höre ich mir gerne eine Episode nach der anderen an. So vergeht die Zeit wie im Nu und gelernt habe ich auch etwas.

Wie fange ich mit dem Lernen an?

Ich persönlich habe mich für den Anfang dazu entschieden, langsam ins Lernen reinzukommen. Ich taste mich sozusagen immer weiter vor, bis ich ein Lernpensum für mich gefunden habe, dass ich gut einhalten kann und mit dem ich mich nicht überfordert fühle.

So habe ich zum Beispiel, bevor ich überhaupt noch ein Kursbuch in die Hand genommen habe, zuallererst ein paar Lieder auf Spanisch genauer angehört, die mir gut gefallen haben oder ein paar Folgen eines Podcasts angehört. Für den Anfang war es mir wichtig, einfach einmal mit der Sprache konfrontiert zu sein und ein bisschen warm zu werden.

Podcasts hören geht schnell und einfach zwischendurch - Lernen geht dabei nebenbei

Da ich schon einmal Spanisch gelernt habe (zumindest die Grundlagen), fiel es mir nicht schwer, einige Dinge bereits gut zu verstehen. Aber auch für blutige AnfängerInnen gibt es Podcasts noch und nöcher oder die Möglichkeit, sich einfachere Lieder anzuhören oder kurze Texte zu lesen.

Außerdem habe ich es, wie bereits oben erwähnt, besonders erleichternd empfunden, wenn ich während des Lernens nach einer gewissen vorgegebenen Struktur vorgehen konnte. Für den Anfang ist also ein bestimmtes Kursbuch oder irgendeine Art Grammatikzusammenfassung sicher eine gute Investition. Wie du die besten Materialien für dich findest, habe ich dir hier zusammengeschrieben.

Wie stelle ich sicher, dass ich mich verbessere?

Selbst merkt man oft erst spät, wenn man Fortschritte gemacht hat. Erst bei so großen Errungenschaften (wie zum Beispiel „den ersten fremdsprachigen Film ohne deutsche Untertitel halbwegs zu verstehen“ oder „auf einer anderen Sprache angesprochen werden und antworten können“) merkt man, dass man sich verbessert hat, und erlebt ein Erfolgsgefühl. Die kleinen feinen Verbesserungen fallen einem oft selbst gar nicht so schnell auf.

Damit du dir also leichter damit tust, deine Verbesserung zu sehen, deine Motivation zu behalten und gleichzeitig öfters Erfolgserlebnisse erfahren kannst, solltest du dich selbst öfters überprüfen, bzw. reflektieren und darüber nachdenken, was du bereits erreicht hast.

Das kannst du machen, indem du…

… konkrete Ziele setzt

Ich zum Beispiel habe mir als nächstes Ziel gesetzt, einen Film auf Spanisch anzusehen, den ich bereits auf einer anderen mir vertrauten Sprache gesehen habe, und dabei komplett auf Untertitel zu verzichten.

Wenn du dir jedes Monat neue Ziele setzt, wirst du besser mit dem Lernen vorankommen #perksofbeingastudent

Der nächste Schritt wäre dann, dass ich nach längerer Zeit (oder gerne auch nach einer kurzen Zeit) wieder einen Film ansehe und zwar diesmal einen, den ich noch nicht kenne. Dann vergleiche ich meine Erlebnisse.

Versuche also dir immer wieder bestimmte Ziele zu setzen und diese dann zu verfolgen. Beim Filmschauen könntest du zum Beispiel folgende Zwischenziele haben:

1) einen Film mit deutschsprachigen Untertiteln ansehen

2) einen Film mit fremdsprachigen Untertiteln ansehen

3) einen Film ohne Untertitel ansehen, aber zurückspulen und Szenen bei Unklarheiten wiederholt ansehen (eventuell dann mit Untertitel)

Die Möglichkeiten, die du dabei hast, sind, wie du siehst, endlos!

… Tests ablegst

Das Internet ist ein wahres Paradies für Sprachenlernende. Da findest du bestimmt tolle Übungsmaterialien und Übungstests für jegliches Sprachenniveau.

Ich persönlich habe mir ein paar Schularbeiten und Tests vom österreichischen Bundesministerium für Bildung runtergeladen, mit denen ich perfekt meine Kenntnisse überprüfen kann. Aber auch kleinere Tests auf Übungsseiten im Internet sind schon eine große Hilfe, um zu überprüfen, ob man sich ein bisschen verbessert hat, bzw. ob man den Stoff verstanden hat.

… dein Lernen und deine Motivation regelmäßig überprüfst

Jede Woche überlege ich mir den ungefähren Plan für die kommende Woche. Gleichzeitig überlege ich mir, wie gut ich meine Ziele eingehalten habe, wie gut ich mit dem Stoff vorangekommen bin, wie viele Tage ich meine Zeitspanne eingehalten habe und, falls ich sie nicht eingehalten habe, warum das so war.

Mit einem wöchentlichen Lernplan, schaffst du es Struktur und Ordnung ins Sprachenlernen zu bringen und behältst die Übersicht in deinem Bullet Journal #perksofbeingastudent

Reflexion ist ein wichtiges Werkzeug fürs Sprachenlernen. Wenn du dir die Zeit dazu nimmst, zu überprüfen, was funktioniert und was nicht, kannst du aus deinen Fehlern lernen und deinen Lernplan dementsprechend anpassen. So verlierst du auch nicht die Motivation oder den Spaß daran.

Ganz wichtig nämlich: DU möchtest eine Sprache lernen. Und DU hast es in der Hand, wie du lernst, wie lange du lernst und wie oft du lernst. Mach dir also keinen Kopf darüber, wenn du mal eine Pause brauchst und keine Lust aufs Lernen hast.

Falls du noch mehr darüber wissen willst, wie du deinen Lernplan in dein Notizbuch integrieren könntest und wie du ein Sprachennotizbuch erstellen kannst, dann habe ich hier genau das richtige für dich: 

Ich wünsche dir alles Liebe und viel Motivation und Spaß am Lernen,

bis bald,

Irina

 

 

 

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